Winter (Dezember-Februar)

Schneiden

Diese Arbeit ist eigentlich die entscheidende Arbeit im ganzen Jahr. Mit dem Rebschnitt bestimmen wir den Ertrag des kommenden Herbstes. Bei uns im Betrieb bedeutet dies, dass wir die Reben auf eine Rute zurückschneiden, an einer zweiten Rute lassen wir einen zweiäugigen Kopf stehen. Dieser bildet das Gerüst für die Rebe im darauffolgenden Jahr.





Winter / Frühjahr (Januar-März)

Binden

Die stehen gebliebene Rute der Rebe wird gebogen. Bei uns im Betrieb nach drei verschieden Systemen.

In den Steillagen haben wir die Einzelpfahlerziehung bzw. Moselpfahlerziehung, hier biegen wir die Rute wie eine Hälfte von einem Herz, als Bindematerial benutzen wir heute einen ummantelten Draht (früher Weiden). In den Flachlagen haben wir Drahtrahmenerziehung, hier wird die Rute in einen Pendelbogen/Halbbogen gebogen, die Rute wird in eine am unteren Draht befestigte Klammer eingestochen. Die seit 2008 neu angelegten Drahtrahmen Weinberge werden in Form eines Flachbogens gebunden. Hier werden die Ruten um den obersten Biegedraht „gewickelt“. Die Rute wird wie in unseren Einzelpfahlweinbergen mit ummanteltem Draht angebunden.


Sommer (Mai-August)

Laubarbeiten (Aufbinden)

Im Sommer besteht die Hauptarbeit darin die Triebe hoch zu binden und die Blattfläche zu optimieren.
Die Laubarbeit wird als „heften“ bezeichnet.
In den Einzelpfahlanlagen werden drei Ruten am Pfahl mit Naturbast hochgebunden, die überschüssigen Triebe werden ausgedünnt oder sogar komplett entfernt.
In unseren Drahtrahmenerziehungen werden im Frühjahr die sogenannten Heftdrähte runter gelegt, diese werden im Sommer mit zunehmendem Triebwachstum hochgehangen. So können die Triebe mit Hilfe der immer weiter hochgehangen Drähte optimal wachsen und brechen nicht ab.
Beim heften werden auch die Doppeltriebe entfernt, als Doppeltriebe werden Triebe bezeichnet wenn aus einem Fruchtknoten zwei Triebe kommen. Weiterhin werden die Rebstöcke auch leicht entblättert, dieser Arbeitsschritt ist wichtig um das Fäulnisrisiko zu mindern.

Pflanzenschutz

Eine andere parallel laufende Arbeit im Sommer ist der Pflanzenschutz. Bei den Pflanzenschutzmaßnahmen geht es in erster Linie darum das Risiko von auftretenden Krankheiten zu mindern. Es wird je nach Wetter und Rebenentwicklung im Mai mit dem Pflanzenschutz begonnen. Die Spritzungen erfolgen in den Flachlagen in einem 8-10 tägigen Rhythmus bis in den August hinein. Der Spritzrhythmus wird abhängig gemacht vom Wetter. Ist es warm können wir längerer Abstände einhalten, wenn jedoch das Wetter feucht ist müssen wir in kürzeren Abständen spritzen, um das Fäulnisrisiko zu minimieren.
In den Steillagen übernimmt der Helikopter den Pflanzenschutz. Die ersten acht Spritzintervalle erledigt der Helikopter, die restlichen 2 Spritzungen werden von Hand mit der Schlauchleitung gespritzt.


Herbst (September-Oktober)

Traubenlese

Der Beginn der Traubenlese ist abhängig vom Reifezustand der Trauben. Die eigentliche Traubenlese erfolgt bei uns im Betrieb nach zwei Leseverfahren.
Die Flachlagen lassen wir von einem Lohnunternehmen mit dem Traubenvollernter lesen. Der Vollernter kann Weinberge bis 30% Steigung lesen, bei diesem Verfahren werden die Trauben von den Rebstöcken abgeschüttelt.
Die Steillagen werden in traditioneller Handlese gelesen. Die Trauben werden gepflückt und mit einer Hotte aus dem Weinberg getragen.
Von den Weinbergen kommen die Trauben zu uns ins Kelterhaus, dort werden alle Trauben mit einer pneumatischen Presse abgepresst und verarbeitet.


Weinausbau

Sobald die Trauben der Rebsorten Grauburgunder, Dornfelder und Spätburgunder durchgefärbt sind, werden die nichtgefärbten Trauben und Geiztrauben rausgeschnitten. Eine Woche vor Lesebeginn werden in den übrigen Rebanlagen alle faulen Trauben rausgeschnitten, unabhängig davon nach welchen Verfahren die Lese stattfindet.
Die Trauben werden in zwei Verfahren gelesen, in den Flachlagen Abtei Kloster Stuben und Bremmer Laurentiusberg erfolgt die maschinelle Lese mit dem Vollernter (im Lohn). In den Lagen Bremmer Schlemmertröpfchen und Bremmer Calmont wird die Handlese durchgeführt.
Wenn die gelesenen Trauben im Weingut ankommen werden sie mit unserer pneumatischen Presse abgepresst und unter Zugabe von Enzymen in Kunststofftanks zum sedimentieren gepumpt. Wenn die Moste ca. 24Stunden sedimentiert haben, kommen sie zur eigentlichen Gärung in VA- Tanks. Der entstandene Trub wird mit einem Trubfilter aufbereitet. Den Weißweinen werden Reinzuchthefen zur Gärung zugesetzt und die Rotweine vergären spontan.
Die Rotweinsorten Dornfelder und Spätburgunder werden nach der Lese erhitzt (in einem Lohnunternehmen), wenn die erhitzte Maische im Betrieb ankommt, wird diese einige Stunden abkühlen gelassen. Die abgekühlte Maische kommt dann auf die pneumatische Presse.
Falls Weine angereichert werden, geschieht dies in den ersten zwei Tagen nach der Lese. Die Gärung wird jeden Tag kontrolliert und in Gärtabellen eingetragen, dies ist in unserem Weingut sehr wichtig, da keine gekühlte Gärung stattfindet.
Wenn die Weine während dem Gärprozess den gewünschten Restzuckerwert haben, wird die Gärung mit So2 unterbrochen bzw. beendet. Die füllfertigen Weine werden Kieselgur filtriert, die eigentliche Abfüllung erfolgt dann mit einem mobilen Lohnunternehmen bei uns im Weingut.

Moselstr. 32, 56814 Bremm, Telefon: +49 (0) 2675 - 911172